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WikiWiki, die WikipediA und neue Formen kollektiver Intelligenz
Das Wort «Wiki» ist heute am besten Weg ein global verstandenes zu werden und gehört zum Wortschatz einer Pidgin-Weltsprache. Es ist ursprünglich hawaiisch und bedeutet dort «schnell», wird außerhalb der hawaiischen Sprache aber wohl eher mit der «WikipediA» verbunden. Der Name des global bekannten und vielsprachigen freien Online-Lexikons scheint aus den Begriffen für “schnell” und “Enzyklopädie” zusammengesetzt zu sein. Dabei verweist der Wortteil “wiki” in «WikipediA» eigentlich nicht auf “schnell” sondern auf die Wiki-Software beziehungsweise das System des WikiWeb, auch «WikiWiki» genannt.
Es ist nämlich so: Wiki und die Wikipedia sind nicht ein und dasselbe. Die «WikipediA» als Enzyklopädie-Plattform ist eine Anwendung, die auf der Wiki-Software und dem Content-Management-System (CMS) basiert. Sie ist aber auch eine konsequente Umsetzung der Idee und Vision, die im Wiki-Konzept steckt. Wikis sind nicht nur freie Software und gratis nutzbar, sondern ein Werkzeug zur freien, kollaborativen Arbeit an Content, das ohne vorstrukturierende Hierachien auskommt. In Wikis und auch in der Wikipedia kann im Prinzip jede_r eine Seite anlegen, Texte eingeben und bearbeiten, auch die Texte anderer bearbeiten und kommentieren, jede Stelle mit jeder anderen Stelle verlinken etc.
Das Werkzeug Wiki ist wie kaum etwas anderes geeignet für ein ebenso individuelles wie kollektives Arbeiten vieler Gleichrangiger, die alle für sich und in Summe an Inhalten arbeiten, die für alle frei zugänglich und frei weiterverwendbar sind. Wikis bilden einen wichtigen Baustein der «Open Content Bewegung» und folgerichtig fallen in der Wikipedia freie Software, freie Lizenzen und freie Inhalte beziehungsweise freier Zugang zusammen. Die Arbeit der Vielen, die nicht nur rein produktiv beitragen sondern sich gegenseitig auch korrigieren, kann als Selbstorganisation der Wissensproduktion verstanden werden und wird allenthalben als «kollektive Intelligenz» bezeichnet.
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Ich kann mich erinnern, sicher 5 Jahre her, Diplomantenseminar an der Uni und die Aussage des Profs sinngemäß, “das Internet ist zitierfähig, aber ich will keine WikipediA Verweise sehen”. Das Prinzip, dass jede_r eine Seite anlegen, Texte eingeben und bearbeiten – und also aktiv am Prozess der Produktion und Distribution von Wissen teilnehmen kann – wird noch immer beargwöhnt: vor allem von jenen, welche die Produktionsverhältnisse von Wissen fest in der eigenen Hand zu wissen … glauben. WikipediA gilt in vielen akademischen Bereichen noch immer nicht als zitierbare Quelle, nicht als Referenz, die eines legitimen und vor allem legitimierenden Zitates würdig wäre. Dass gerade die kollaborative Arbeit am Content den wissenschaftlichen Prinzipien der scientific community Rechnung trägt, das wird ausgeblendet, im Namen einer althergebrachten enzyklopädischen Illusion. Genau, weil ja in den hehren Enzyklopedien und teuren Lexika nie Blödsinn und nie und nimmer Unsinn gedruckt wurde.
Nein, Wissen um einen Gegenstand liegt nicht exklusiv in der Hand herausragender Autor_innen oder Institutionen. Dass diese im eigenen Namen Wissen produzieren und verbreiten können, gehört zu einem Spiel, in dem Exklusivrechte zwecks Statuskapital erworben werden. Ein großer Name steht an sich weniger für Qualität, sondern eher für eine bestimmte privilegierte Position in diesem Spiel. Umso mehr Menschen sich an der Produktion von Wissen (und von Content) beteiligen, umso mehr Auseinandersetzung findet statt, umso mehr Reibungs-, Verknüpfungs- und Vernetzungspunkte tauchen auf und erweitern das Wissen um den Gegenstand. Jede_r ist gefragt! Jede_r hat etwas beizutragen!
[...] und Evangelist_innen des Internets zusammenzubringen und bei einer Veranstaltung wie in einem Wiki zusammenarbeiten zu lassen. Da diese Camps in ihrer Anlage als “Un-Konferenzen” [...]
[...] das Arbeitswiki auf, arbeiteten mit vielen Autor_innen dort die Beiträge ein und das Buch aus. Das Wiki war aber auch Kommunikationsplattform zwischen Herausgebern und verschiedenen Abteilungen des [...]
[...] zu bewerten, zu kommentieren. Aktive Teilhabe ist deutlich einfacher geworden, in Blogs und Wikis, durch YouTube, Flickr und schließlich Plattformen wie Facebook, sodass der Begriff des [...]