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  • Die YouTube-Revolution und die HandyCams

    «YouTube», 2005 gegründet und bereits 2006 von Google gekauft, ist eine der größten und meist besuchtesten Websites der Welt, war die erste globales Aufsehen erregende Web 2.0-Plattform und ist mit Abstand die bekannteste Videoplattform. Jede Minute werden dort viele Stunden von Videomaterial hochgeladen. YouTube hat damit eine Revolution auf mehreren Ebenen eingeleitet. Wir alle sind zu potentiellen Sender_innen, Filmproduzent_innen und Fernsehstationen geworden, die ein weltweites Publikum erreichen können. Weitere Bedingungen für diese Revolution sind die Verbreitung von Digitalkameras und Smartphones, die einfache Bedienung dieser allgegenwärtigen Aufnahmegeräte, die Einfachkeit, mit der ohne übermäßigen Aufwand Videos geschnitten, bearbeitet und hochgeladen werden können.

    Plattformen wie YouTube ermöglichen es jeder Person, Videos hochzuladen und einer weltweiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Damit hat YouTube dazu beigetragen, dass sehr bald nach Etablierung der Plattformen Video-Blogs (Vlogs) wie «Rocketboom» und selbstorganisierte Nachrichten- und Spartenkanäle aufkommen konnten. Auf YouTube wurden ebenfalls bald und bis heute Videos von Katastrophen, Skandalen oder Ereignissen mit globaler Relevanz hochgeladen, die der Aufmerksamkeit sonst verborgen geblieben wären. Und YouTube hat die Grundlage für das Phänomen der “Virals” gelegt. Während auf der Plattform in Summe primär Spaß und Unterhaltung im Vordergrund stehen, wird YouTube seit Jahren zunehmend als Plattform für Bildungsfernsehen, zur Verbreitung von alternativen Nachrichten und als Videoarchiv von Organisationen verwendet.

    Die YouTube-Revolution hat sich nicht darauf beschränkt, aus vielen Menschen Videoproduzent_innen zu machen, die ihre Clips ins weltweite Netz einspeisen, sie hat aus noch mehr Menschen Fernsehkritiker_innen, Kurator_innen und Programmchefs gemacht. Videos werden bewertet, kommentiert, als Favoriten abgespeichert, in Websites und Blogs eingebettet und dort besprochen, in Playlists zusammengefasst, neu gesampled und in Mashup spielerisch kombiniert und, last but not least, geshared, was das Zeug hält. In der letzten Zeit wird nun auch die Implementierung in “Mobile Devices” wie Smartphones oder iPads vorangetrieben. Diese haben eigene YouTube-Player eingebaut, welche die Konsumation unterwegs vereinfachen.